MacBook ohne Firewire? Nicht denkbar!

Firewire hat allgemein den Vorteil, dass man Camcorder dort anschließen kann, aber auch Festplatten lassen sich damit (zuverlässig) schneller Nutzen als über USB. USB hat eine höhere CPU-Belastung als FireWire. Firewire 800 ist darüberhinaus überhaupt deutlich schneller als USB 2.0. Wer irgendwas mit professioneller Audiotechnik zu tun hat, kommt auch nicht um Firewire herum. Ich verwende gerne mein uraltes Vaio (von 1999) und ein Firewire-Interface, um mehrspurig Audio aufzuzeichnen. Mit USB geht in der Regel nur Stereo. Außerdem kann man über FireWire auch eine Netzwerkverbindung tunneln. Dazu kommen aber auch noch Mac-Spezifische Features, weshalb das Fehlen von FireWire gerade an einem MacBook ein K.O.-Kriterium ist. Der Mac beherrscht einen sogenannten Target Disk Mode. Rechner anschalten, T gedrückt halten und der Computer verhält sich wie eine externe Festplatte. Per FireWire mit einem anderen Computer verbinden und man erhält Zugriff auf die Festplatte. (Der andere Computer sollte ein Mac sein oder ein aktuelles Linux installiert haben, sonst ist das HFS+-Dateisystem nicht zu lesen.) Dieses Feature wurde lange Zeit vom Migrations-Assistenten genutzt. Die Migration geht nun zwar mittlerweile auch über W-Lan, aber 52 MBit vs. 400 MBit ist halt auch eine Hausnummer. Und auch, wenn FireWire nicht zu haben für dich nicht tragisch ist - ich habe schon seit Jahren FireWire und entsprechend viele externe Geräte, die diese Schnittstelle nutzen. Drucker mit Parallelport sind ausgestorben und die, die noch existieren, hängen meist an entsprechend alten Rechnern. Die serielle Schnittstelle braucht dank DSL auch niemand mehr. Nun gut, meinen Seikosha SL80-AI schließe ich aus Nostalgie-Gründen über ein USB-Interface an. Ebenso meinen Typenraddrucker mit serieller Schnittstelle. Produktiv ist das aber schon lange out. Nur: Externe RAID-Systeme, Audio-Interfaces, Scanner usw., die sogar noch komplett neu daherkommen, brauchen eine zuverlässige FW-Schnittstelle. USB auf FireWire zu adaptieren halte ich, aufgrund der Problemchen von USB, für nicht realisierbar. Selbst, wenn die Übertragungsrate eigentlich ausreichen würde. Deshalb haben alle meine produktiv eingesetzen Computer eine FireWire-Schnittstelle. Der Mac sowieso, aber auch mein Spielerechner, mein Linux-Server und meine Experimental-Kiste.
Ein Computer ohne FireWire? Nein. Bitte nicht!
Vielleicht ist Apple aber mal wieder nur der Zeit Voraus.
Die IEEE arbeitet an einem Nachfolgestandard für das aktuelle 1394b.
Der Standard 1394c soll FireWire 800 über die selbe physikalische Schnittstelle wie Gigabit-Ethernet übertragen. Das wäre tatsächlich ein Fortschritt, denn die Kabellänge von maximal 3 Metern bei Firewire ist nervig. Wir hätten es dann mit 100 Metern zu tun.
Das Problem: Das aktuelle MacBook hat diese Funktionalität noch nicht und es ist unwahrscheinlich, dass diese per Software-Update nachgerüstet werden kann.